Regional, 02.01.2018

Ethik im Fotojournalismus

HILDEN. Am 4. Januar 2018, 19.30 Uhr, hält Christoph Bangert einen Vortrag im Rahmen der Ausstellung „Im Felde verwundet” im Wilhelm-Fabry-Museum an der Benrather Straße 32a.

 

Kriegs-Pornographie?

Ist es moralisch zu rechtfertigen, als Fotograf in Kriegsgebieten zu arbeiten? Warum fühlen wir alle uns von Bildern des Elends anderer angezogen? Produzieren Fotojournalisten Kriegs-Pornographie? Christoph Bangert arbeitete zehn Jahre lang für internationale Medien als Fotograf in Krisengebieten und sah sich oft einem Dilemma gegenüber: Einerseits versuchte er, Geschehnisse getreu seiner Wahrnehmung abzubilden, andererseits musste er dies mit diversen Schichten der Selbstzensur vereinbaren. Die erste Zensur fand im Kopf des Fotografen statt – bei manchen seiner Bilder erinnert sich Bangert nicht daran, sie überhaupt gemacht zu haben. Die zweite Ebene der Zensur findet bei den publizierenden Medien statt, die dritte schließlich beim Betrachter. Bangert wagte in seinem vielbeachteten Buch „War Porn” das Experiment, die Selbstzensur einmal völlig auszuschalten: In „War Porn” versammelt er unveröffentlichte Fotografien aus Afghanistan, Irak, Libanon und Gaza. Das Ergebnis ist ein rohes, intensives, kontroverses und schockierendes Buch. Es ist sowohl in höchstem Maße persönlich als auch ehrlich in seinem Bestreben, einen anderen Blick auf die Krisen und Kriege unserer Zeit zu werfen. Bangert ist Dozent an der Fachhochschule Dortmund. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

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