Gruppenbild: Klinikvorstand mit Annelies Rejek und Schülerinnen und Schülern. Foto: LVR-Klinik

Vermischtes, 04.02.2018

Gedenken an Opfer der NS-Euthanasie

Am 26. Januar 2018 lud die LVR-Klinik Langenfeld ein, sich gemeinsam an die Gräueltaten der NS-Zeit zu erinnern.

 

Zwischenanstalt

In den 1940er Jahren war die LVR-Klinik Langenfeld eine sogenannte Zwischenanstalt, von der aus mehr als 2000 Patientinnen und Patienten unter Hiltlers Euthanasie-Programm in Tötungsanstalten verbracht und dort ermordet wurden. Allein in den Monaten von April bis August 1941 wurden 870 kranke Frauen und Männer in der Tötungsanstalt Hadamar ermordet. Weitere 1400 Patientinnen und Patienten aus rheinischen Anstalten waren zur „Verlegung” nach Hadamar vorgesehen. Doch nachdem der Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen, die Euthanasie offen in seinen Predigten kritisierte, ordnete Hitler die Einstellung der sogenannten „T4-Aktion” an. Damit war das Morden von psychisch Kranken und Behinderten jedoch nicht beendet. Es begann das, was später als „wilde Euthanasie” etikettiert wurde, wobei in dieser zweiten Phase der Vernichtung mehr Kranke umgebracht wurden als in der ersten. Vor allem im Jahr 1943 erfolgten massenhaft Verlegungen in die Ostgebiete. Allein aus der Anstalt Galkhausen wurden annähernd 1500 Kranke nach Meseritz-Obrawalde, Tiegenhof und in andere Anstalten im Osten verlegt, von denen nahezu niemand überlebt hat.

Der Gedenktag

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Klinikvorstands Holger Höhmann wurden durch Annelies Rejek und Günter Schmitz vom Langenfelder Arbeitskreis Geschichte Ausschnitte aus dem Film „Reusrath 1936” als Dokument der damaligen Zeit gezeigt. Ihr Vortrag zeigte anschaulich den lokalen Bezug. Im Anschluss lasen Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Krankenpflegeschule örtliche Zeitungsberichte aus den Jahren 1938 bis 1948. Pfarrer Winfried Schwarzer zog Querverbindungen zwischen den Filmausschnitten und dem Geschehen in der Psychiatrie während der NS-Herrschaft. Musikalisch begleitet wurde das Programm durch Bernd Mümken, Mitarbeiter der LVR-Klinik. Er spielte Klarinette und Saxophon. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden alle Besucherinnen und Besucher zum Gedenkstein der Klinik gebeten, der für die Opfer errichtet wurde. Während die Namen einiger Opfer verlesen werden, stellen die Schülerinnen und Schüler der Gesundheits- und Krankenpflegeschule Kerzen auf. „Wir möchten gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen und Besuchern die Erinnerung an die Ermordeten wachhalten”, sagt Holger Höhmann, „Dies ist einer unserer Beiträge dazu, eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern.”

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